August 24, 2004

Südafrikanischer Jurist kritisiert „Apartheid“

Seine Einschätzung ist präzise, hart und treffend: In den besetzten palästinensischen Gebieten existiere ein Apartheidregime, das schlimmer ist als früher in Südafrika. Zu diesem für Israel verheerenden Urteil kommt der südafrikanische UN-Sonderberichterstatter John Dugard in seinem Bericht für die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Die israelische Tageszeitung Haaretz zitierte am Dienstag aus dem Rapport, der im September in der UNO diskutiert werden soll. Israel verletze im Westjordanland und im Gazastreifen fortgesetzt die Menschenrechte der Palästinenser, so Dugard. Seinen Apartheidvergleich untermauert er etwa mit der Tatsache, daß es in den besetzten Gebieten Straßen gebe, die ausschließlich jüdischen Siedlern vorbehalten sind und von Palästinensern nicht genutzt werden dürften.
Dugard beobachtet für die UNO seit 2001 die Einhaltung der Menschenrechte im Westjordanland und im Gazastreifen. Laut Haaretz verweigert Israel jegliche Kooperation, weil sein Mandat nach Ansicht der Regierung von Premier Ariel Scharon „unfair formuliert“ sei. Die Kritik Dugards trifft die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ (Israel über Israel) um so härter, als der aus Südafrika stammende Jus-Professor in seinem Heimatland Mitglied der Wahrheitskommission war, welche die Verbrechen des Apartheidregimes untersucht hat.
In Reaktion auf das Vorgehen der israelischen Besatzungstruppen in Rafah hatte Dugard bereits im Mai die Verhängung eines umfassenden Waffenembargos gegen Israel gefordert – so, wie es 1977 gegen das rassistische Südafrika etabliert worden war (junge welt)

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URL: http://www.sadocc.at/news/2004-266.shtml
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