9. März 2009

Zimbabwes Regierungschef schließt Anschlag als Unfallursache aus

Der bei einem Autounfall verletzte zimbabwesische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai hat Verschwörungstheorien eine Absage erteilt. Er sei nicht Opfer eines Anschlags geworden, sagte der einstige Oppositionsführer am Montag in Harare. "Es war ein Unfall." Tsvangirai, der bei dem Verkehrsunglück am Freitag seine Frau Susan verloren hat, kehrte am Montag nach Zimbabwe zurück. Übers Wochenende hatte er sich im Nachbarland Botswana medizinisch behandeln lassen.

"Ich fühle mich gut", sagte Tsvangirai nach seiner Landung auf dem internationalen Flughafen von Harare vor Journalisten. Der Regierungschef trug keine sichtbaren Verbände, schien aber noch ein von dem Unfall geschwollenes Gesicht zu haben. Tsvangirai wurde nach seiner Ankunft zu seinem Haus in Harare gebracht, wo er gemeinsam mit seinen Kindern und weiteren Angehörigen die Beerdigung seiner Frau vorbereiten wollte.

Nach Angaben von Tsvangirais Partei Bewegung für einen Demokratischen Wandel (MDC) soll Susan Tsvangirai in dem Haus der Familie aufgebahrt werden. Am Dienstag ist eine Trauerzeremonie in einem Stadion in Harare geplant, am Mittwoch soll die 50-Jährige in ihrer Heimatstadt Buhera beerdigt werden. Die Tsvangirais waren 31 Jahre verheiratet und bekamen sechs Kinder.

Tsvangirais Wagen war am Stadtrand von Harare mit einem Lastwagen zusammengestoßen, der US-Hilfsgüter transportierte. Der Lkw kam nach Berichten des staatlichen Fernsehens auf einem kurvigen Stück der Straße von der Fahrbahn ab. Tsvangirais MDC forderte eine eingehende Untersuchung. Im Hinblick auf Spekulationen, es könne sich um einen Anschlag gehandelt haben, warnte Parteivize Tendai Biti am Wochenende aber vor voreiligen Schlüssen.

Der Premier habe sich nach Botswana begeben, um eine "zweite Meinung" über seinen Gesundheitszustand einzuholen, sagte der Sprecher des Regierungschefs, James Maridadi. Ein MDC-Sprecher sagte einem südafrikanischen Radiosender unter Berufung auf die Untersuchungen in Botswana, Tsvangirais Erholung verlaufe "ziemlich beachtlich und zufriedenstellend".

Die näheren Umstände des Unfalls blieben zunächst unklar. In Zimbabwe wurde wild über die Ursache spekuliert, Anschlagsgerüchte machten die Runde. Der wichtigste Gegenspieler von Präsident Robert Mugabe hatte nach eigenen Angaben bereits vier Attentatsversuche überlebt. Seit Februar steht er als Ministerpräsident an der Spitze einer Regierung der nationalen Einheit, der auch Mugabes Partei ZANU-PF angehört. (SADOCC)

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