27. März 2009

IAEA-Kandidat Minty überraschend stark

Auch die Stichwahl zur Auswahl eines neuen Generaldirektors der International Atomic Energy Agency (IAEA) in Wien erbrachte nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Damit hat Südafrika den von den Westmächten favorisierten japanischen Kandidaten blockiert.

Der als klarer Favorit gehandelte japanische IAEA-Botschafter Yukija Amano (61) erhielt laut diplomatischen Berichten bei der Stichwahl im Gouverneursrat am Freitag, 27. März, nur 22 der 35 Stimmen (12 Gegenstimmen, eine Enthaltung). Der zuvor als „Außenseiter“ bezeichnete langjährige Anti-Apartheid-Aktivist und IAEA-Botschafter Südafrikas seit 1995, Abdul Samad Minty (69) konnte immerhin 15 Staatenvertreter in dem Gremium hinter sich bringen (19 Gegenstimmen, ebenfalls eine Enthaltung).

Aufgrund der Patt-Stellung im Gouverneursrat werden nunmehr alle Mitgliedsländer aufgerufen, binnen 28 Tagen neue Kandidaten zu präsentieren, um in einem weiteren Anlauf einen Nachfolger für den im November aus dem Amt scheidenden Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei zu finden.

Amano – für den sich die USA offen ausgesprochen hatten – gilt als zurückhaltender Diplomat, während Minty – ähnlich wie Amtsinhaber ElBaradei – auch zu offenen politischen Worten bereit ist, nicht zuletzt in den aktuellen Krisenfällen Iran, Israel und Nordkorea.

Das Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika (SADOCC) – die Nachfolgeorganisation der seinerzeitigen Anti-Apartheid-Bewegung in Österreich – hatte zuvor an den österreichischen Außenminister Michael Spindelegger appelliert, im Rahmen des Gouverneursrats der International Atomic Energy Agency (IAEA) für den südafrikanischen Kandidaten einzutreten und sich auch bei anderen EU-Staaten für die Wahl Mintys einzusetzen. Wie der österreichische Vertreter im Gouverneursrat tatsächlich abstimmte, war zu Redaktionsschluß nicht bekannt. (SADOCC)

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URL: http://www.sadocc.at/news/2009/2009-041.shtml
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