14. 7. 2002

ANGOLA: SADOCC fordert Österreich zu Hilfe auf

In einem Schreiben an Außenministerin Benita Ferrero-Waldner hat Elfriede Pekny namens der Angola-Arbeitsgruppe des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC) sofortige Hilfsmaßnahmen des offiziellen Österreich für Angola gefordert. Der Text im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Am 4. April dieses Jahres ist es endlich zu einem tragfähigen Waffenstillstand zwischen der angolanischen Regierung und den aufständischen UNITA-Rebellen gekommen. Damit wurde – so hoffen wir – der Weg für Wiederaufbau, Frieden und Entwicklung geöffnet. In den vergangenen Wochen sind jedoch die Folgen des jahrzehntelangen Krieges in Angola in ihrem tragischen Gesamtausmaß zu Tage getreten.

Ehemalige UNITA-Militärs und ihre Familien sowie generell Menschen, die bisher in unzugänglichen Gebieten lebten, streben nun zu Tausenden den provisorischen Auffanglagern zu. Die Anzahl der Bedürftigen übersteigt die Erwartungen der Regierung bei weitem. Ein Großteil der Menschen – vor allem der Kinder – ist laut Angaben von UNO-Organisationen und zahlreichen NGOs stark unterernährt und befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Nur durch rasche humanitäre Hilfe kann verhindert werden, daß es wegen mangelnder Versorgung mit Nahrungs- und Gesundheitsversorgung und anderen lebensnotwendigen Gütern in den Lagern zu Bandenbildung und somit neuerlich zu Gewalttätigkeiten kommt.

Viele Appelle sind bisher ungehört verhallt oder werden zu langsam behandelt. Wir ersuchen daher die österreichische Bundesregierung und insbesondere Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin, raschest ein konkretes Zeichen zu setzen und großzügig finanzielle Mittel aus dem Budget der der Katastrophenhilfe zur Verfügung zu stellen, um das Überleben der Menschen in den bisherigen Kriegsgebieten Angolas zu ermöglichen und dadurch einen Beitrag für eine dauerhafte Friedenslösung in diesem leidgeprüften Staat Afrikas zu leisten.

Wir glauben im übrigen, daß sich Österreich über die nun dringend erforderliche humanitäre Hilfe hinaus auch im Bereich der Landminenräumung sowie langfristig auch entwicklungspolitisch in Angola engagieren sollte.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin, wir hoffen auf Ihre Unterstützung und verbleiben

mit vorzüglicher Hochachtung

Elfriede Pekny
Arbeitsgruppe Angola
Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika

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URL: http://www.sadocc.at/news2002/2002-234.shtml
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